Am Morgen des 16.04.2017 trug sich ein ungewöhnliches Schauspiel vor dem Hofsteigsaal in Lauterach zu. Unzählige Schüler der 6b, der 7b und sogar ein paar der 6c hatten sich inklusive Begleitpersonen
(Frau Punz, Frau Ehe und Herr Stadelmann) auf dem Parkplatz, zu einer unchristlich frühen Zeit, versammelt. Man bekam eine verschlafene Gestalt nach der anderen zu Gesicht, die nur darauf warteten, sich während der zwei stündigen Busfahrt nach Luzern noch einmal kurz aufs Ohr zu hauen.
Luzern war das Ziel des Tages, genauer gesagt das Comic Festival Fumetto. Monate zuvor hatten wir alle Comics für den Wettbewerb gezeichnet, der jedes Jahr im Zuge des Festivals stattfindet.
Kaum in Luzern angekommen, starteten wir unseren Ausflug mit einem Quiz, das uns dabei half ein wenig tiefer in die Welt des Comics ein zu tauchen. Eine Welt, die von Vielfalt nur so strotzt, eine Tatsache, die uns besonders ins Auge fiel, als wir in kleinen Gruppen eigenständig die verschiedenen Ausstellungen besuchten, die quer über die Stadt verstreut waren. Jedes Mal fühlte man sich in eine neue Welt versetzt.
Manche Kunstwerke sprühten nur so vor Farbe, während andere nur mit einem schwarzen Stift gemalt waren. Manche waren lustig und fröhlich, andere waren düster und nachdenklich. Manche waren so aufwändig gemalt, dass man sich schon nicht mehr sicher sein konnte, ob es wirklich eine Zeichnung und nicht schon ein Foto war, während andere Künstler mit ihrem minimalistischen Stil faszinierten.
Aber trotz all diesen Unterschieden hatten sie eines gemeinsam und zwar das Thema: Genug
Ein Thema, das wohl jeder ein wenig anders wahrnimmt, weshalb es ein tolles Erlebnis war diese vielen Werke zu betrachten, von Künstlern aus den verschiedensten Nationen. Von Bagdad bis nach New York hatten sie sich mit dem Wort Genug beschäftigt, was zeigte, wie verschieden man diesen Begriff deuten kann.
Wir nehmen zum Beispiel Wasser als eine der größten Selbstverständlichkeiten. Wie sollten wir auch nicht? Hier zu Lande stehen wir in einem Bruchteil von ein paar Sekunden vor einem Wasserhahn, der für uns, zu jeder Zeit des Tages, bestes Qualitätswasser ausspuckt, während in anderen Ländern das Wasser so knapp ist, dass die Menschen verdursten.
Bei uns will jeder das neuste Handy, die coolsten Klamotten und die schönsten Häuser, aber in anderen Ländern möchten die Menschen nur ein Glas Wasser.
Also stellt sich einem die Frage: Haben wir nicht schon längst mehr als genug?
Eine Frage, die sich bestimmt der ein oder andere gestellt hatte, als wir abends, nach diesem langen Tag, wieder im Bus zurück nach Vorarlberg saßen mit erschöpften Füßen und neuen tollen Erinnerungen.
Laura Schnetzer, 6b




